Weil Menschen Menschen brauchen

Backend durch die Corona-Krise

Ehepaar Kindtner spendete selbstgebackene Hefezöpfe an die Mitarbeitenden der Evangelischen Sozialstation Mosbach


Acht solcher selbstgebackener Nuss- und Mohnstriezel spendeten Ilona und Anton Kindtner an die Mitarbeitenden der Evangelischen Sozialstation Mosbach. Begleitet wurden sie dabei von ihrer Nachbarin und langjÀhrigen Sozialstation-Mitarbeiterin Annerose Grasi (rechts). Foto: Olga Arnold

Mosbach. Angefangen hatte es mit ein paar selbstgebackenen Hefezöpfen, die Ilona und Anton Kindtner aus Mosbach zu Beginn der Corona-Krise an ihre Nachbarn verteilt haben. Inzwischen ist daraus eine große Backaktion geworden, bei der das Ehepaar in den vergangenen Monaten nicht nur Privatpersonen, sondern auch öffentliche Einrichtungen mit leckerem GebĂ€ck versorgte. Knapp 150 Hefezöpfe, genauer gesagt Nuss- und Mohnstriezel, haben die Kindtners schon gebacken und gespendet. Acht davon gingen vor Kurzem an die Mitarbeitenden der Evangelischen Sozialstation Mosbach.

„Mit dieser Aktion möchten wir Dankeschön sagen an alle, die sich besonders in der Corona- Zeit fĂŒr andere einsetzen“, erlĂ€utert Anton Kindtner seine Idee. Im Blick hatte das Ehepaar dabei vor allem Menschen in systemrelevanten Berufen. Eine Woche lang belieferten die Kindtners im April tĂ€glich die Mitarbeitenden der Neckar-Odenwald-Kliniken in Mosbach und Buchen. Es folgten das Landratsamt, die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und die Stadtverwaltung in Mosbach. „Eigentlich wollten wir da irgendwann aufhören“, blickt Anton Kindtner zurĂŒck und fĂŒgt lĂ€chelnd hinzu: „Aber weil die Nuss- und Mohnstriezel so gut ankamen, haben wir einfach weitergemacht.“ Zuletzt brachten Ilona und Anton Kindtner die leckeren Backwaren in Pflegeheime und zu ambulanten Pflegediensten.

Die beiden Mosbacher sind inzwischen ein eingespieltes Team in der KĂŒche: sie setzt den Teig nach einem oberschlesischen Traditionsrezept an und bereitet die verschiedenen FĂŒllungen zu; er ist fĂŒr die knusprigen Streusel zustĂ€ndig. Eine große Menge an Zutaten hat das Ehepaar seit Beginn der Backaktion verarbeitet, wie das Notizbuch von Anton Kindtner offenbart, unter anderem mehr als 50 Kilogramm Mehl, 60 Liter Milch, fast 80 Eier, 20 Kilogramm Puderzucker und 70 WĂŒrfel Hefe. Gerade letztere war zeitweise wĂ€hrend der Corona-Krise nicht mehr zu bekommen. Dann halfen Bekannte aus oder Ilona Kindtner stellte selbst Hefe aus Bier her.

In der Evangelischen Sozialstation war die Freude ĂŒber das duftende GebĂ€ck groß, als die Kindtners gemeinsam mit ihrer Nachbarin und ehemaligen Sozialstation-Mitarbeiterin Annerose Grasi die Nuss- und Mohnstriezel vorbeibrachten. GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Olga Arnold dankte Ilona und Anton Kindtner fĂŒr ihre Aktion: „Das ist eine tolle Geste und zeigt die WertschĂ€tzung, die unseren Mitarbeitenden entgegengebracht wird.“

Trotz Lockdown war das Leben fĂŒr die Kindtners in den letzten Monaten also alles andere als ruhig und langweilig. Und das Ehepaar ist weiterhin unermĂŒdlich dabei, um denjenigen, die auch wĂ€hrend der Corona-Krise immer fĂŒr andere da sind, den Arbeitsalltag zu versĂŒĂŸen.

Info: Die Evangelische Sozialstation Mosbach bietet auch in der Corona-Zeit alle Leistungen in den Bereichen ambulante Pflege, Krankenpflege, Betreuung und Hauswirtschaft an. Weitere Infos finden sich im Internet unter www.sozialstation-mosbach.de sowie telefonisch unter (0 62 61) 93 33 â€“ 0.