Weil Menschen Menschen brauchen

Gesichtsmasken statt Daunendecken

Betten-Stumpf spendete 500 Behelfsgesichtsmasken an die Evangelische Sozialstation Mosbach


Elvira Rodemich (links) und Petra LohmĂŒller (Mitte), Pflegedienstleiterinnen der Evangelischen Sozialstation Mosbach, freuen sich ĂŒber die von Ute Stumpf (rechts) gespendeten Behelfsgesichtsmasken.

Mosbach/Aglasterhausen. Seit 27. April gibt es in Baden-WĂŒrttemberg die „Maskenpflicht“: Mund und Nase mĂŒssen beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn bedeckt werden. Dies könne helfen, die Verbreitung des Corona-Virus zu bremsen, so MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann. Vielerorts wurden bereits Behelfsgesichtsmasken aus Stoff, so genannte Alltagsmasken, von NĂ€herinnen, Ehrenamtlichen und Privatpersonen gefertigt. Doch nicht nur die Bevölkerung benötigt solche Masken. Auch bei ambulanten Pflegediensten musste man inzwischen zum Teil auf Behelfsgesichtsmasken umsteigen, da medizinischer Mundschutz kaum in ausreichender Menge zu bekommen ist.

Dass Bedarf an Gesichtsmasken aus Stoff sei, ahnte Ute Stumpf, Inhaberin der Firma Betten-Stumpf aus Aglasterhausen, schon vor einiger Zeit. Nachdem sie ihr LadengeschĂ€ft Mitte MĂ€rz aufgrund der Corona-Verordnung vorerst hatte schließen mĂŒssen und AuftrĂ€ge von EinzelhĂ€ndlern wegbrachen, wollte sie nicht untĂ€tig sein und auch ihre Mitarbeitenden nicht in Kurzarbeit schicken mĂŒssen. Den entscheidenden Impuls gab dann ein GesprĂ€ch mit einer Pflegekraft der Evangelischen Sozialstation Mosbach, die ihr Dienstauto vor Stumpfs LadengeschĂ€ft parkte, um in der Nachbarschaft einen Patienten zu versorgen. „Ich habe sie dann einfach gefragt, ob der Pflegedienst genĂŒgend Masken hĂ€tte“, erzĂ€hlt Ute Stumpf. „Die sind an der Front, kĂŒmmern sich um die Menschen und gehören zu denen, die am wenigsten Masken bekommen.“

So machte sich Ute Stumpf an die Arbeit, fragte bei PflegekrĂ€ften nach, wie sich diese eine gute Gesichtsmaske vorstellen und entwickelte ein Schnittmuster. „FĂŒr die Masken verwenden wir Baumwollstoff, aus dem wir sonst Daunendecken nĂ€hen“, erklĂ€rt Ute Stumpf. Und weil dieser Stoff sehr dicht gewebt sei und doppellagig verarbeitet werde, habe ihre Maske nur eine Falte statt der ĂŒblichen drei, um „mehr Platz zum Atmen“ zu haben. Befestigt werden die Behelfsgesichtsmasken mit BĂ€ndern, die normalerweise die Außenkanten von Daunendecken zieren, denn auch Ute Stumpf musste Erfahrung mit Materialknappheit machen: „GummibĂ€nder waren einfach nicht mehr zu bekommen.“

Über 1.000 Behelfsgesichtsmasken habe Betten-Stumpf bereits genĂ€ht, 500 StĂŒck wurden vorletzte Woche an die Evangelische Sozialstation Mosbach gespendet. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrenden Olga Arnold und Marcus Dietrich sowie die Pflegedienstleiterinnen freuten sich sehr ĂŒber die so dringend benötigten Masken und dankten Ute Stumpf. „Mit den wiederverwendbaren Stoffmasken sind unsere Mitarbeitenden nun gut ausgestattet, um PflegebedĂŒrftige auch in Zeiten von Corona bestmöglich versorgen zu können“, sagte Olga Arnold mit Blick auf die vielen Masken erleichtert. Einen Teil der gespendeten Masken reichte die Evangelische Sozialstation inzwischen auch an die PflegebedĂŒrftigen weiter, denn diese sind bei einer Infektion mit dem neuartigen Virus besonders gefĂ€hrdet.

Letzte Woche durfte Ute Stumpf ihr LadengeschĂ€ft wieder öffnen, in dem sie nun auch Behelfsgesichtsmasken verkauft. Tipps fĂŒr den hygienischen Umgang mit den Masken hat sie ebenso fĂŒr ihre Kunden parat: „Am besten einen Topf mit Deckel in den Eingangsbereich der Wohnung stellen und getragene Masken gleich beim Nachhause kommen dort hineinlegen. So bleibt die Umgebung geschĂŒtzt und man kann die Masken direkt in diesem Topf auskochen.“

Info: Weitere Infos finden sich unter www.sozialstation-mosbach.de und www.betten-stumpf.de.