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Wie aus einem Zufall ein „GlĂŒcksfall“ wurde

GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marcus Dietrich in den Ruhestand verabschiedet – Er realisierte federfĂŒhrend zwei Tagespflege-Großprojekte fĂŒr die Evangelische Sozialstation Mosbach


Bei der offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand dankte der Vorstand der Evangelischen Sozialstation Mosbach dem scheidenden GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marcus Dietrich fĂŒr die engagierte Arbeit (vorne: Marcus und Birgit Dietrich; hinten v. l. n. r.: Richard Lallathin, Vorstandsvorsitzender Jörg Huber, Otmar Bangert, Gerhard Nelius, Guido Zilling).  Foto: Christina Bock

Bei der offiziellen Verabschiedung in den Ruhestand dankte der Vorstand der Evangelischen Sozialstation Mosbach dem scheidenden GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marcus Dietrich fĂŒr die engagierte Arbeit (vorne: Marcus und Birgit Dietrich; hinten v. l. n. r.: Richard Lallathin, Vorstandsvorsitzender Jörg Huber, Otmar Bangert, Gerhard Nelius, Guido Zilling). Foto: Christina Bock

Mosbach. Der Vorstand der Evangelischen Sozialstation Mosbach verabschiedete vor Kurzem GeschĂ€ftsfĂŒhrer Marcus Dietrich in den Ruhestand. Vorstandsvorsitzender Jörg Huber bezeichnete in seiner Laudatio den scheidenden Diplom-Verwaltungswirt als „Retter in der Not“. Dass sich die Pflegelandschaft rund um Mosbach in den letzten Jahren so positiv entwickeln konnte, sei auch den Geschicken Dietrichs zu verdanken.

Marcus Dietrich war bereits seit Januar 2012 Vorstandsmitglied der Evangelischen Sozialstation. Dass er zwei Jahre spĂ€ter hauptamtlicher GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Pflegedienstleisters wurde, ist einem Zufall zu verdanken: Das Ende seiner 24-jĂ€hrigen Amtszeit als Haßmersheimer BĂŒrgermeister und die zu diesem Zeitpunkt anstehende Elternzeit von GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Olga Arnold legten nahe, dass der Verwaltungsfachmann die LĂŒcke in der Leitungsebene schließen könnte. Dietrich erklĂ€rte sich dazu bereit und wurde im MĂ€rz 2014 zum GeschĂ€ftsfĂŒhrer ernannt. „Ein GlĂŒcksfall“, wie sich laut Huber schnell herausstellten sollte.

Aus dem Verwaltungsbereich kommend und mit FĂŒhrungskompetenz ausgestattet, war er mit vielen Aufgaben in der GeschĂ€ftsfĂŒhrung vertraut. Dennoch waren im sozialen und pflegerischen BetĂ€tigungsfeld einige neue Aufgaben zu bewĂ€ltigen. Die gute Zusammenarbeit mit Vorstand, Verwaltung und PflegekrĂ€ften erleichterte dies. FĂŒr ihn sei es immer eine angenehme TĂ€tigkeit gewesen, fasste der nunmehr ehemalige GeschĂ€ftsfĂŒhrer zusammen, auch weil die Arbeit mit dem Vorstand „stets einvernehmlich“ war. Vorstandsvorsitzender Huber konnte dies nur bestĂ€tigen und betonte die hohe Kompetenz Dietrichs, die von allen stets geschĂ€tzt wurde.

Sein erstes Großprojekt war die Realisierung der lange geplanten Tagespflege im Haus Rogate in Haßmersheim. In Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Haßmersheim entstand so in den Jahren 2014/2015 in dem Gemeindehaus, das um einen Anbau ergĂ€nzt wurde, eine moderne Tagespflegeeinrichtung, die Platz fĂŒr 17 GĂ€ste bietet. Heute, fĂŒnf Jahre nach der Einweihung, ist die Tagespflege im Haus Rogate nicht mehr wegzudenken und wird als „segensreiche Einrichtung“ in der gesamten Gemeinde Haßmersheim wertgeschĂ€tzt.

Zeitgleich zur Eröffnung der Tagespflege in Haßmersheim begann in der Evangelischen Sozialstation die Umsetzung der mobilen Datenverwaltung fĂŒr den Pflegebereich und die digitale Tourenplanung. Von den vielfĂ€ltigen Projekten entwickelte sich aber das Tagespflegeangebot zu einem Schwerpunkt fĂŒr GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dietrich. Denn auch mit der Planung und Inbetriebnahme einer zweiten Tagespflege in Neckarburken wurde er betraut. FĂŒr dieses Projekt musste ein neues GebĂ€ude errichtet werden. Die so entstandene moderne und wohnliche Tagespflegeeinrichtung fĂŒr 20 GĂ€ste konnte dank Dietrichs Engagement im Juli 2019 fristgemĂ€ĂŸ und ohne Kostensteigerung eröffnet werden.

Nach der RĂŒckkehr von GeschĂ€ftsfĂŒhrer-Kollegin Arnold im Jahr  2015 wurde die Evangelische Sozialstation von den beiden GeschĂ€ftsfĂŒhrenden jeweils in Teilzeit und mit unterschiedlichen Zeitanteilen gefĂŒhrt. Dietrich war schwerpunktmĂ€ĂŸig fĂŒr Personal, Immobilien, Tagespflegen und Erwachsenenhospizdienst zustĂ€ndig; Arnold war als Diplom-Betriebswirtin fĂŒr Finanzen, Controlling, Wirtschaftsplanung und Fuhrpark verantwortlich. Die Evangelische Sozialstation profitierte von der Synergie des GeschĂ€ftsfĂŒhrerduos und konnte in dieser Zeit ihren Kundenstamm von 420 auf 600 Patienten in der mobilen Versorgung erweitern.

Eigentlich hatte Dietrich bereits im Sommer des letzten Jahres angekĂŒndigt, zum  31. MĂ€rz 2020 in den Ruhestand zu gehen, wenn die Tagespflege in Neckarburken im Regelbetrieb laufen wĂŒrde. Die Corona-Pandemie stellte die Evangelische Sozialstation jedoch vor große Herausforderungen und so verlĂ€ngerte er kurzerhand seinen Dienst, um seine Kollegin in der Krise zu unterstĂŒtzen. Die neuen Regelungen hinsichtlich Hygiene und Arbeitsrecht wĂ€hrend der Pandemie gingen mit einem hohen Verwaltungsaufwand einher. Gemeinsam behielt das GeschĂ€ftsfĂŒhrerduo in der Krise den Überblick und konnte so fundierte und an die Infektionslage angepasste Entscheidungen treffen.

Ein Highlight bei der offiziellen Verabschiedung war eine Schifffahrt auf dem Neckar vorbei an Dietrichs alter WirkungsstĂ€tte Haßmersheim, wo er insbesondere auf sein letztes Werk als BĂŒrgermeister, den Haßmersheimer Neckarsteg, angesprochen wurde. Danach kehrten der angehende RuhestĂ€ndler, seine Frau Birgit sowie das Vorstandsteam im Weinbau-Pavillon Gundelsheim ein, wo Vorstandsvorsitzender Huber positiv auf die gemeinsame Zeit mit Dietrich zurĂŒckblickte. Huber dankte ihm fĂŒr seinen Einsatz und die ĂŒberaus engagierte Arbeit fĂŒr die Evangelische Sozialstation, die Dietrich aus innerem Antrieb erbracht hatte, obwohl er schon seine Pension hĂ€tte genießen können. Der scheidende GeschĂ€ftsfĂŒhrer dankte wiederum fĂŒr das Vertrauen, das ihm vom Vorstand in all den Jahren entgegengebracht worden war und insbesondere fĂŒr die freie Hand bei Personal- und Sachentscheidungen, welche die Kompetenzen als BĂŒrgermeister weit ĂŒberstiegen hĂ€tten. Dietrich sah seine TĂ€tigkeit im sozialen Bereich nie als reine BeschĂ€ftigung: „Mein Ziel war, die Sozialstation und ihre Patienten und Mitarbeitenden zu unterstĂŒtzen und den guten Weg kompetent fortzusetzen“, erklĂ€rte er abschließend. Angesichts der in seiner TĂ€tigkeit realisierten Entwicklung hat er dies gemeinsam mit Vorstand, Kollegin und mehr als 100 Mitarbeitenden erreicht.

Info: Evangelische Sozialstation Mosbach, Neckarelzer Straße 1, 74821 Mosbach. Internet: www.sozialstation-mosbach.de. Telefon: (0 62 61) 93 33-0.