Gemeinschaft feiern, aber auch gemeinsam Herausforderungen anpacken – beim diesjährigen Sommerfest der Evangelischen Sozialstation Mosbach schaute man nicht nur auf Erreichtes zurück, sondern hatte auch künftige Änderungen im Blick. Dafür waren rund 90 Mitarbeitende aus Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung im Rock´n Bowl Obrigheim zusammengekommen. 20 Frauen wurden für ihren langjährigen Dienst geehrt.
Neuer Aufsichtsrat
Aufsichtsratsvorsitzender Jörg Huber stellte den Mitarbeitenden an diesem Abend den neugewählten Aufsichtsrat vor. Zu ihm gehören neben Huber die beiden zweiten Vorsitzenden Christina Engelfried und Pfarrer Oliver Schüle, der Geschäftsführer der Diakonie Neckar-Odenwald Guido Zilling sowie Herbert Reichert und Eckard Bopp, die beide Wissen aus dem Finanzbereich mitbringen. Mit der Trennung von Führung und Aufsicht erfüllt die Evangelische Sozialstation die Standards der Diakonie Deutschland für eine verantwortungsvolle Einrichtungsführung.
Dank für Einsatz zum Wohl pflegebedürftiger Menschen
Sozialstation-Vorständin Olga Arnold dankte den Pflegefach- und Hilfskräften, Hauswirtschafterinnen, Fahrern der Tagespflegen und Verwaltungsangestellten für ihren täglichen Einsatz: „Durch die ambulante Versorgung bekommen die Pflegebedürftigen ein Stück Lebensqualität in den eigenen vier Wänden zurück.“ Sie hob hervor, dass aktuell alle Fachkraftstellen besetzt seien. „In der Pflegebranche ist das ein wahrer Luxus, den wir nicht als selbstverständlich ansehen sollten.“
Nach Arnolds Ansprache hielt Pfarrer Schüle eine kurze Andacht. Danach schufen Bowling, Dart und Billard, leckeres Essen vom Buffet und erfrischende Getränke gute Rahmenbedingungen, um einen schönen Abend miteinander zu verbringen.
Ehrungen für langjährige Mitarbeit
Bei den Ehrungen sprach Arnold zunächst Hauswirtschafterin Jutta Bösing und Krankenschwester Ursula Kozyra Anerkennung und Dank aus. Beide sind seit 25 Jahren bei der Evangelischen Sozialstation tätig und erhielten das Goldene Kronenkreuz, ein Dankzeichen der Diakonie für die Treue und den Einsatz im Dienste des Nächsten. Diese besondere Auszeichnung bekam auch Petra Lohmüller. Sie war Pflegdienstleiterin und wurde nach 20 Jahren Tätigkeit in der Evangelischen Sozialstation in den Ruhestand verabschiedet. Katalin Schmitt, seit 1989 Teil des Sozialstation-Teams, ist zwar schon einige Jahre im Ruhestand, hatte aber noch bis Februar im Pflegedienst mitgeholfen und wurde ebenso geehrt.
Für 15 Dienstjahre wurden Krankenschwester Isabella Albinsky, Teamleiterin für Schefflenz Ramona Beyer, Pflegedienstleiterin der Tagespflege Haßmersheim Vera Rumig und Altenpflegerin Nadine Völlmer geehrt. Auf zehn Jahre Mitarbeit bei der Evangelischen Sozialstation kann Altenpflegerin Tatjana Bernardin zurückblicken. Weitere elf Personen wurden für fünf Dienstjahre geehrt. Arnold gratulierte und dankte den Jubilaren. Sie wünschte ihnen weiterhin viel Freude bei ihrer Arbeit.
Spezielle Touren und digitale Kommunikation
Für die Zukunft sieht Arnold eine große Herausforderung im demographischen Wandel: „Wir werden noch mehr pflegebedürftige Menschen zu versorgen haben und der Fachkräftemangel wird zunehmen. Deshalb müssen wir jetzt schon die Weichen stellen.“ Konkrete Pläne gibt es bereits: Eine Eltern-Tour soll eingerichtet werden, bei der die Arbeitszeiten auf die Betreuungszeiten in Kindertagesstätten und Grundschulen abgestimmt sind. Das soll die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Außerdem sollen Pflegehelfer-Touren aufgebaut werden, um die Fachkräfte zu entlasten.
Diese Maßnahmen seien mit Anstrengungen verbunden, die man gemeinsam bewältigen werde. Es gebe aber auch Veränderungen, auf die Arnold sich freue. Ab Juli 2025 wird die Anbindung ambulanter Pflegeeinrichtungen an die Telematik-Infrastruktur verpflichtend. „Die datenschutzkonforme digitale Kommunikation wird zwar eine große Umstellung“, so Arnold, „aber ich freue mich darauf, weil das Fax dann hoffentlich der Geschichte angehören wird.“










